Samstag, Dezember 31, 2005

2005 - Der Rückblick

Ich werde ja ungern zu gefühlsduselig, aber angesicht dieses tollen Jahres kann ich es mir kaum verkneifen ;o)

Natürlich war nicht alles toll, meinem Lieblingsopa geht es gar nicht gut, und ich hab das meiste meines hart verdienten Geldes für Kaninchenoperationen ausgeggeben. Auch in meinem Freundeskreis sind ein paar weniger schöne Dinge passiert.

Aber ich war das erste Mal seit Jahren wieder richtig toll im Urlaub, ein Kurztrip nach Wien, ein Kurztrip zur wilden Nordsee. Ich hatte eine inspirierende Weltjungendtagswoche, habe meine Zwischenprüfung bestanden, habe viele tolle Abende mit Cindy in der Stadt verbracht, oder mit Katrin und Andreas in Oper und Theater.

Mit meiner Familie verstehe ich mich jedes Jahr nach meinem Auszug ein bisschen besser, aber ich sehe auch, dass es nicht in jeder Familie so toll läuft und bin froh, wenn ich da vielleicht ein bisschen von meiner Familienwärme unter meinen Freunden verteilen kann.

Meine Schwestern sind dieses Jahr beide beängstigend erwachsen geworden. Hoffentlich habe ich auch nächstes Jahr noch jemanden zum Smellory, Twister und Halli Galli spielen! Weil - mal ehrlich Mädels! - ernst wird das Leben noch früh genug.

Außerdem war dieses Jahr ein absolutes Wiedervereinigungsjahr. Erst habe ich in Wien meine erste Freundin, Mareike wiedergetroffen - jahrelang nicht gesehen und gesprochen, und trotzdem was alles genau wie früher. Es gibt ja so viele Gemeinsamkeiten, wenn man zusammen aufgewachsen ist, auf dieselben Apfelbäume geklettert ist, zusammen von zuhause eglaufen wollte, zusammen auf der Schaukel saß als die runtergekracht ist. Nachdem ich dann Inga nach über einem Jahr beim Konzert wiedergetroffen habe, habe ich jetzt Weihnachten grosses Wiedersehen mit Falkmar gefeiert, einem meiner ältesten - und mit Sicherheit treuesten Freunde. Schön zu sehen, dass manche Freundschaften eben doch ewig halten. Natürlich habe ich Weihnachten auch alle anderen wiedergetroffen. Leute, die man nie mehr wieder sehen wollte, und die noch die gleichen Arschlöcher sind wie früher, und solche, die man das letzte Mal im letzten Jahr getroffen hat und mit denen man sich viel zu erzählen hat. Es geht halt nichts über das Kleinstadtflair der Kleinstadtdisko an Weihnachten!

Ich habe das ganze Jahr in dieser phantastischen Wohnung verbracht, selbst die Arbeit macht mir (meistens) Spass - ich frage mich langsam, wo der Haken ist?!

Auf jeden Fall hatt ich ein Wahnsinnsjahr - und dafür möchte ich mich bedanken bei allen, die das Jahr so schön gemacht haben, allen voran Ralf, Cindy, den Verrückten in Hilden (familiär und co) und Lotta & Mia. Natürlich auch bei allen anderen, die sich angesprochen fühlen und angesprochen fühlen dürfen.

So, genug geschleimt und getrieft. Ich wünsch euch allen ein frohes neues Jahr!!

Wollt ihr fleissige Anstreicher sehn??


Die Papphut-Mafia! Rück die Kohle raus, Baby!! (vlnr: Ich, Mary)


Die Zimmerinhaberin (rechts) und ihre unmotivierte Renovierungshilfe Elisa (links). Im Hintergrund: Das alte blau (auch noch zu bestaunen in meinem Arbeitszimmer!)


Das neue grün. Und nicht zu vergessen: Die weiße Decke! Ich habe immernoch Muskelkater vom dreimaligen Anstreichen.

Monstaalaaarm!


Plötzlich war mein Internet weg, und das Telefon hat nicht mehr funktioniert. *PANIK* Bei der Telekom angerufen - kein Problem mit meiner Rechnung, aber mit dem Kabel irgendwo 1028 m von meiner Wohnung entfernt. Ich alles weggeschoben, um die Kabel hinterm Kühlschrank zu kontrollieren - alle in Ordnung. Dabei muss sich aber wohl ein Kabel in den ungesicherten Bereich gewagt haben - und schon haben sich die beiden Monster darauf gestürzt.


*Zähne fletsch* - Als der Schaden einen Kilometer vom blauen Haus entfernt behoben war funktionierte mein Telefon plötzlich gar nicht mehr. Also kam der Techniker - um mir für unermesslich viele Euros anstelle des zerkauten Kabels ein neues in die Dose zu stecken.


*unschuldig guck* - Man sollte sich vor den unberechenbaren Viechern in Acht nehmen - die tun nur so nett und flauschig.


In Wirklichkeit planen sie schon den nächsten Angriff - auf meine Kabel und meine Nerven.


*nies!* Hihi - süss sind sie trotzdem irgendwie.

Freitag, Dezember 30, 2005

Letzter Tag des Jahres ...

... heisst Silvester!

Sylvester dagegen ist wahlweise ein Papst, ein Trickfilmkater auf der Jagd nach Tweety oder ein Actionheld. Sonst nix. Und - Nein! - man kann den letzten Tag des Jahres nicht alternativ mit "y" schreiben.

So vielleicht habe ich ja ein paar Deppen aufgeklärt und nächstes Jahr muss ich mir selötener die Haare raufen.

Im Gegensatz dazu übrigens T(h)unfisch - das kann man je nach Belieben schreiben ;o)

Quelle: Duden

Cowboys und andere Idioten

Als Mädchen hatte ich jedemal wenn meine Mama schwanger war, Angst, es könnte ein Junge werden, der Karneval als Cowboy verkleidet rumballert oder mich Silvester (und nicht Sylvester!!!!) mit Knallern bewirft.

Meine Gebete wurden erhört - leider hat sich dadurch niemals meine Angst vor pyrotechnisch bewaffneten Jungs gelegt. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als dann und wann möglichst unauffälligdie Strassenseite zu wechseln und ein Pokerface aufzusetzen ...

Mittwoch, Dezember 28, 2005

Per Pedes

Ich wollte beim Weihnachtsessen doch lediglich wissen, ob ich meiner Ma den Raclette-Käse per Hand geben darf.. blöderweise hat meine 16-jährige Schwester nicht "Pedes" sondern "Penis" verstanden, was erst zu Heiterkeitsausbrüchen und dann zu einem ausgedehnten Gespräch über das männliche Geschlechtsorgan im Allgmeinen und Speziellen geführt hat. Mein armer Vater hat nur noch sprachlos zugehört, wie wir vier Frauen gefachsimpelt haben.

Am 1. Feiertag haben wir bei meiner Oma übers Kiffen gesprochen, wer, wann, wieviel, mit welcher Wirkung - stimmt etwas mit unserer Familie nicht oder sind alle an Weihnachten ein bissl verrückt?!

Weitere Geschichten und vielleicht ein paar Fotos von uns Schwestern mit Papphüten wie wir Evis Zimmer grün streichen gibt es in den nächsten Tagen.

Dienstag, Dezember 20, 2005

Robert Stadlober ...

... hat seine Freundin bei einem Käsekrainer kennengelernt. Ich hab doch schon immer gewusst, dass wir seelenverwandt sind..

Das einzig dumme am Rheinland: Hier gibts keine Würstlbox. Wenn doch jemand eine kennen sollte, die ordentliche Käsekrainer an dem Mann bringt (nicht so Stinkewürstchen wie der eklige Stand vorm Kaufhof) - bitte melden.

Donnerstag, Dezember 15, 2005

Generation Plastikspielzeug


Ich bin mitten in der Plastikspielzeuggeneration aufgewachsen, durfte aber das meiste davon nicht haben. Die Jungs hatten so Autos, die, wenn sie gegen eine Wand (oder meinen Fuss) gefahren sind plötzlich einen Frontalschaden hatten. Oder Autos, die man in Roboter umbauen konnte, auch sehr stylisch, mein Freund Tobi hatte ganz viele davon.

Trotzdem war ich mehr ein Wald und Wiesenkind, Plastikspielzeug kannte ich eigentlich nur von meinen Freundinnen, mit Ausnahme der Knuffelbunts. Oben zum Beispiel, Seelchen, eines der Kinder von Mamchen und Papchen (die konnten leuchten). dann hatte ich noch ein lila Kind, einen rosa Hund und einen gelb-orangenen Wurm. Ich habe meine Knuffelbunts geliebt. Wo sind die eigentlich?? hat meine Mama die weggeworfen?!


Liebchen ...


Auch sehr beliebt, Regina Regenbogen & Willi Weisswuschel... Ich hatte glaube ich eine Kassette, aber sonst nix. Die waren ja alle so politisch korrekt, so umweltfreundlich, familiär, harmonibedürftig ...


Lady Lockenlicht!! Die Lady hatte so kleine Plastiktiere mit Haarsträhnen dran (hier grün) die man sich auch selber in die Haare klipsen konnte. Solche Haarsträhnen habe ich irgendwann mal gegen Teile meiner Playmobil-Sammlung eingetauscht. Total toll!


Keypers hatten vor allem Jaqueline, eine dumme Tussi aus meiner Grundschulklasse, die aber jedes Spielzeug hatte, eine richtige kleine kapitalistische Konsumgöre. Wenn ich kein Lust mehr hatte, Buden im Wald zu bauen oder Frösche und Stichlinge zu fangen, habe ich Jaqueline besucht und mit ihren Keypers gespielt. Ich glaube, sie hatte den Hasen und das Pferd. Ist leider ein bisschen dumm, wenn man nicht selber Schätze in den Bäuchen verstecken kann, aber was solls.


Und natürlich mein kleines Pony. Der Klassiker.

Ist schon komisch, unsereins lästert über Bob, den Baumeister und Pokemon, dabei haben wir eigentlich mit der 80er Version der Teletubbies gespielt. Naja, solange die Kinder auch noch rausgehen und wissen, wie man sich richtig schmutzig macht, solange man auch mal einfach Rollenspiele mit Plastikfiguren durchspielt anstatt nur vorm PC zu hocken ist noch nicht alles verloren. Vieleicht gibts ja mal ne Neuauflage der Knuffelbunts ;o)

Dienstag, Dezember 13, 2005

Weihnachtspost!!


Weihnachtspost! Megakitschige Karte - von [Zitat Anfang] einem Künstler mit Geschmacksverkalkung, fortgeschrittenes Stadium[Zitat Ende] mit Glitzer von der Lieblingsschwester! Nicht dass es jetzt zu Verwechslungen kommt: Ich habe zwei Lieblingsschwestern. Die Karte ist von Evi!

Ansonsten sind meine Tage wie immer vor Weihnachten gepägt von einem ewigen Turnus aus Arbeiten - Jammern - Schlafen - Arbeiten - Jammern - Schlafen ... Heute habe ich frei - also habe ich den gesamten Tag vor der Glotze verbracht. Im Klartext heisst das: Um 20.15 Uhr erwartet mich die dritte Gilmore Girls Folge des Tages. Ich bin schon total matschig im Kopf. Wenigstens habe ich nicht das Bedürfnis zu jammern *ggg*

Im Gegensatz zu anderen Personen freu ich mich schon wie blöd auf Weihnachten! Evi - wir seh'n uns am 24. ...

Donnerstag, Dezember 08, 2005

Johnny

Imagine there's no heaven,
It's easy if you try,
No hell below us,
Above us only sky,
Imagine all the people
living for today...

Die Besten sterben immer zu früh! :'o(

Dienstag, Dezember 06, 2005

Höflichkeit und Anstand

Ich bin relativ streng erzogen worden, was Benimmregeln angeht. Aber auch ohne eine solche Erziehung ergeben sich einige einfache Regeln im Alltag von selbst. Wenn man die Leute aus einem Bus nicht rauslässt, kann man nicht einsteigen - nur so als Beispiel.

Heute am BVS: Jessi will - wie einige andere - aus der 628. Vor mir steht eine Oma mit ihrem Rollator. Vor der Tür stehen etwa 30 Menschen und wollen rein.

Die Tür öffnet sich - und NICHTS passiert. Wie soll die arme Oma aus dem Bus raus, wenn sie keiner durchlässt?! Da ich direkt hinter der netten Frau stand und sich ja sonst keiner traut, den Mund aufzumachen, habe ich entgegen meiner Erziehung (shame on me!!) zu den Wartenden vor der Tür gesagt: "Sie müssen schon ein bisschen Platz machen. Wenn wir hier nicht rauskommen, kommen Sie auch nicht rein!!"

In meinem Innersten erötend bei so viel Frechheit muss ich mir direkt darauf doch glatt von einem schwabbeligen, ekligen, alten Mann mit Bierfahne anhören: "Ja, wenn du so fett bist ...?!"

Da ist mir natürlich nichts mehr eingefallen :o( Blöde Erziehung!!

Freitag, Dezember 02, 2005

Theaterkritik

LUISE. Ich hatte diese Träume vergessen
und war glücklich - Jetzt! Jetzt! Von heut an
- der Friede meines glücklichen Lebens ist aus -
Wilde Wünsche - Ich weiss es -
werden in meinem Busen rasen.
- Geh - Gott vergebe dir's. -
Du hast den Feuerbrand in mein junges
friedsames Herz geworfen,
und er wird nimmer, nimmer glöscht werden.
(Sie stürzt hinaus. Er folgt ihr sprachlos nach.)

Im Schillerjahr in "Kabale und Liebe" zu gehen war vielleicht einfach keine gute Idee. Aber es konnte ja vorher niemand ahnen, dass das Theater voll mit Schulklassen ist. Leider waren die Schauspieler auch recht leise und zwischendurch in einem Glaswürfel, und die vorlauten Rotzbälger können ja keine zwei Stunden stillsitzen, geschweige denn die Klappe halten, geschweige denn ihr Handy aus der Hand legen, geschweigen denn den Ton ausstellen.

Gestört vom Getuschel und Geraschel, vom Gekicher jedesmal wenn Luise ihren Busen erwähnt hat, vom übertrieben lauten Gähnen drei Reihen hinter uns und einem extrem lauten "ah-oooh!" SMS-Geräusch zwei Plätze weiter haben wir versucht, Schiller zu geniessen.

Mein Fazit: Das Stück war gut umgesetzt und ausnahmsweise im genau richtigen Maße modern (Keine nackten Menschen, keine toten Tiere). Lady Milford fand ich am allerbesten. Die Schauspielhalle sollte sich nach einer neuen Bestuhlung umsehen. Keine Bommelschuhe ins Theater, auch Knoblauchgeruch kommt nicht so gut, aber irgendwie muss man ja auffallen.