Dienstag, Januar 31, 2006

Experiment zur Heilung depressiver Verstimmungen

Methode 1

Leugnen und Ignorieren.

Klappt leider nicht wirklich, vor allem dann nicht, wenn man die meiste Zeit allein ist und versucht, an fröhliche Dinge zu denken (Luftballons, Grillfeste am Rhein, Smellory). Für all das ist nicht die richtige Zeit - keine gute Aufmunterung.

Methode 2

Bei guten Freunden ausheulen.

Bringt nichts. Die einzigen, die keine dummen Fragen stellen (Was ist denn los? Erzähl doch mal.. Ist was passiert??) und sich mit meinen lausigen Antworten (Gar nichts. Einfach so. Alles ist bestens, merkt man das nicht?!??!) zufriedenstellen haben auch sonst wenig tröstende Worte und wollen ständig, dass ich sie mit Möhren und Salat füttere. Wenn ich das nicht auf der Stelle tue, werden meine Ohrläppchen zerfetzt oder mein Taschentuch gestohlen.

Methode 3

Dinge tun, die gute Laune verheissen

Drei Folgen Gilmore Girls - eigentlich ein einziger Hochgenuss. Allerdings nicht, wenn Jess nicht auftaucht, Luke mit Lorelai Schluss macht (was ich dank übelster Spoilerei schon wusste). Ansonsten: E-Mails schreiben, auf dem Sofa rumgammeln, Kosmetika einkaufen - alles nichts genutzt!

Methode 4

Bittere Tränen am Telefon

Dumme Idee, mich am Ende zweier depressiver Tage per Telefon mitteilen zu wollen. Inhaltlich ist wenig dabei rumgekommen und augenoptisch wars ne Katastrophe. Meine frischen Kontaktlinsen bestehen nur noch auf Proteinen und ich sehe aus wie ein Monster. Die neue Wimperntusche zerfliesst im Gesicht - nicht wasserfest!!

Methode 5 - Die letzte Lösung

Erdbeeren mit Schlagsahne

Im Winter bei Minusgraden kaufe ich also zwei Schalen Erdbeeren beim Plus. Zusammen mit ner leckeren Vanille-Sahne verschlinge ich ein ganzes Pfund (abzüglich der Blätter und Endstücke - die haben die haarigen Monster bekommen, im Tausch gegen mein Taschentuch).


Vielleicht wirds besser, wenn ich mich jetzt schlafen lege. Wenn es morgen immer noch so schlimm ist werde ich versuchen, meine Verstimmung mit einem Sixpack "Schloss Pils" zu erschlagen. Das hat bis jetzt immer geholfen ;o)

Freitag, Januar 27, 2006

Es lebe die Demokratie!!

Ich glaube zwar nicht, dass sich durch meine Stimme in der Wahl zum Bonner Studentenparlament irgendetwas ändert, aber gewählt habe ich trotzdem. Nicht wegen einer Bürger- bzw Studentenpflicht, sondern wegen der Freikarte zur Wahlparty. Die größte und angeblich aufregendste Bonner Studentenparty.

Diese Studentenparlament-Szene bleibt mir irgendwie noch rätselhaft. Irgendwelche Althippies im 36. Semester Ökotrophologie, Sozialwissenschaften oder Ethnologie wollen sich gegen Studiengebühren, Stellenabbau und den schlechten Ruf von Langzeitstudenten stark machen, anstatt einfach mal langsam das Studium zu beenden. Außerdem sind da noch seltsame Freaks, die die Tintenfisch-Partei gegründet haben. Nette Idee - ich mag Tintenfische! - aber eigentlich nur frittiert mit Aioli.

Also habe ich wie immer nach bekannten Namen gesucht, diese Menschen gewählt und mir meine Freikarte abgeholt. Und heute abend - nach einem weiteren Tag an dem ich mir Gedanken über Polynesien mache, während ich in einem unterkühlten Arbeitszimmer hocke - wird gerockt!!

Donnerstag, Januar 26, 2006

Sprachverständnis und Sprachtoleranz

Tetaumatawhakatangihangakoauaotamateaurehaeaturipukapihimaunga-
horonukupokaiwhenuaakitanarahu

Ihr glaubt, ich rede wirr?! Nein!! Beim Versuch, bei Wikipedia die eine oder andere Info über Polynesische Sprachen zu klauen, um e-n-d-l-i-c-h mit meinen Hausarbeiten fertig zu werden, bin ich auf diesen amüsanten Artikel gestossen: *klick*

Und darüber muss eine Hausarbeit schreiben - kein Wunder, dass ich nichts verstehe!!
__________

Auch süss: Gorsafawddachaidraigodanheddogleddollonpenrhynareurdraethceredigion

- wie soll man einem Taxifahrer jemals erklären, dass man da hinwill?? Aber das ist ja nicht Polynesisch - das muss ich nicht verstehen ;o)

Donnerstag, Januar 19, 2006

Weiss Gott ...

.. wie ich jetzt auf das Thema komme. Vielleicht, weil bestimmte Umdstände in meinem Leben mich über Tod / Leben nach dem Tod / Gott nachdenken lassen. Wenn ein lieber Mensch stirbt - wohin geht er dann? Treffen sich mein toter Physiklehrer und mein ebenfalls am Samstag verstorbener Großonkel irgendwo und erfreuen sich gegenseitig mit der guten Laune, die sie unter uns immer verbreitet haben?

Vor ca. drei Wochen hatte ich in einem finsteren Tannenbuscher Keller eine wilde und sehr hitzige Diskussion über Glauben und Kirche. Ich bin ja bekanntermaßen der Meinung, das soll jeder halten, wie er will. Wenn ich in die Kirche gehen mag, um da eine Kerze anzuzünden und dabei meinem Großvater alles Gute ins Bocholter Krankenhaus zu schicken, dann tu ich damit niemandem weh. Ich verhalte mich weder wie ein dummes Schaf, das der Herde folgt, noch erwarte ich von irgendjemandem es mir gleich zu tun. Ich suche einfach nur Halt an einem Ort, an dem es für mich Halt gibt. Wenigstens ein bißchen.

Mein Diskussionspartner dagegen hatte null Verständnis für Kirche. Eine erfundene Person, die es über Jahrtausende schafft, Menschen in ihrem Handeln zu bestimmen kann einem modernen, vernünftigen Menschen keinen Halt geben, und ich solle mich nicht dieser Illusion hingeben - vielleicht, gerade weil ich Religionswissenschaft studiere.

Hm, ich denke, in dem Punkt wird es wohl immer Unstimmigkeiten geben - schade nur, dass gerade von den so frei denkenden Atheisten immer das absolute Unverständnis ausgeht, wenn man sagt, dass man glaubt. Atheistische Missionare! Wie süss ...

Sonntag, Januar 15, 2006

Lodernde Flammen im Rosental!

Ich sitz - tief in die Problematik polynesischer Sprachen versunken - am PC und denke: "Was kochen die Nachbarn da?? Das riecht sowas von widerlich verbrannt!!" - da höre ich draussen jemanden telefonieren: "Ja, es brennt hier, ja, Rosental, Flammen ausm Dach!"

Von leichter Panik getrieben schnell rausgespurtet - aber zum Glück nicht in unserem Haus, sondern bei den direkten Nachbarn. Da kam Rauch und Funken aus dem Dach.

Der erste Polizeiwagen ist einfach vobeigefahren, dann kamen aus dem Nebel zwei Leiterfahrzeuge, zwei Einsatzwagen und zwei Krankenwagen. Hihi - da waren die Nachbarn aus den umliegenden Häusern schnell auf der Strasse. Die fleissigen Uniformträger der Einheit 11 konnten aber schnell beruhigen.

Es war wohl nur ein Kaminbrand - nichts dramatisches. Wenigstens eine Ablenkung vom Hausarbeitswust - und es bleibt die Erkenntnis:

Unsere Nachbarn haben einen kuscheligen Kamin und ich muss hier frieren!!

Samstag, Januar 14, 2006

Nein, ich bin NICHT der Pförtner!!

Ich habe noch nie verstanden, warum bei einigen Häusern die Briefkästen innen liegen, so dass er arme Postbote gar nicht an sie rankommt. Vor allem im Winter ist unsere Haustür zu und der Postbote klingelt jeden Morgen zwischen acht und zwölf bei der erstbesten Klingel - MEINER!!

Neuerdings klingeln aber auch noch andere Menschen bei mir - Nachbarn, die ihren Schlüssel vergessen haben zum Rauchen mit rauszunehmen zum Beispiel. Oder die gesamte Verwandtschaft eines alten Mannes, der, wenn ich mit ihm spreche, nicht halb so senil ist, wie die Verwandten mir gegenüber tun. Angeblich hört der alte Fratz seine Klingel nicht - und das allein scheint schon ein Grund zu sein, sowohl in frühesten Morgenstunden, als auch abends zwischen zehn und zwölf beim Pförtner - äh, bei mir zu klingeln, und, wenn ich die Tür geöffnet habe, wortlos an mir vorbei die Treppe hoch zu schreiten.

Irgendwann hänge ich einen Zettel an meine Klingel! Abends ist es mir ja wurscht, aber man kann doch nicht bei einer Studentin Samstagmorgen um acht klingeln und sich nicht einmal entschuldigen?!

Donnerstag, Januar 12, 2006

Nein, ich bin NICHT hysterisch ...

This is hell, this is hell
I am sorry to tell you
It never gets better or worse
But you get used to it after a spell
For heaven is hell in reverse


Jess ist da! Jetzt heisst es: Nachmittags wird ferngesehen - liebe Frau Neurolinguistik, ich habe keine Zeit für die Hausarbeit bezüglich der Kontiguitätshypothese - denn JESS ist wieder da! Jetzt kommen die 25 süssesten Folgen, gekrönt vom Stars Hollow Tanzmarathon.. *schmacht*

Hysterisch? Ist irgendjemand hier hysterisch?!


... I still love you, Girl From Mars.

Samstag, Januar 07, 2006

Wie ich fast zur Mörderin wurde ...

Ich bin es ja gwohnt, dass die alten Menschen aus den umliegenden Altenheimen seltsame Dinge tun,auf die Jugend schimpfen, sich in den Bus schleppen lassen oder einem den Einkaufswagen klauen.

Aber was vorgestern passiert ist - bzw. fast passiert wäre, schlägt dem Fass den Boden aus:

Ich stehe vollgepackt mit Einkäufen an der Bushaltestelle und warte. Eine ältere Dame steht auf der anderen Strassenseite. Ich frage mich, warum, weil es aussieht, als wolle sie die Römertrasse überqueren, aber immer wenn keine Autos kommen bleibt sie einfach stehen und guckt.

Plötzlich - es kommen gerade viele Autos aus allen Richtungen -springt die Frau auf die Fahrbahn, direkt hinter einem Auto. Sie rennt über die Strasse (was man bei Rentnern so rennen nennen kann) - auf der Gegenfahrbahn rast ein silberner Minivan heran, der die Frau gar nicht sehen kann! Beide steuern genau aufeinander zu - ich gerate schon leicht in Panik und schrei los - da kommt der Minivan mit quietschenen Reifen ca. 10cm vor der Frau zum Stillstand.

Sie humpelt auf den Bürgersteig. Ich bin schockiert - fast wäre einen Meter vor mir eine Frau überfahren worden. Ich frage die Frau ganz aufgewühlt, ob sie lebensmüde sei und warum sie einfach auf die Strasse fesprungen ist

... und sie antwortet: "Ich wollte Ihnen nur sagen, dass Ihre Leberwurst aus der Tasche gefallen und auf die Strasse gerollt ist! Ihre LEBERWURST!!"

Da ist mir auch nix mehr eingefallen. Habe schon die Bild- Schlagzeile gesehen: "Tod durch Leberwurst! Studentin provozierte den tragischen Unfalltod einer Rentnerin!"