Montag, Januar 29, 2007

Wenn Träume zerplatzen ...

Am Donnerstag habe ich das letzte Mal darüber gesprochen. Ein Land, das mich in der furchtbarsten Phase meines Lebens aufgefangen hat. Die Wüste - still, besinnlich, voller Leben. Diese Farben: intensives Rot, Braun, Gelb, der blaue Himmel, grüne Palmen. Das Leben in einfachen weißen Steinhäusern in der Nähe der Kuhställe, die besondere Art, Religionen nebeneinander und miteinander zu leben; und nicht zuletzt die besondere Akzeptanz uns gegenüber, uns Deutschen, uns unwissenden Mädels. Ich wäre am liebsten sofort da geblieben.

Im Jahr 2000 war ich einen knappen Monat in Israel. Ich habe in der Negev-Wüste Datteln geerntet, Freunde aus aller Herren Länder gefunden, nackt im Pool geschwommen. Ich war so glücklich wie niemals vorher und selten nachher in meinem Leben. Die Idee des Kibbuzim ist vielleicht naiv - aber ich habe mich in dieser Lebensart wohl gefühlt, wertvoll und wichtig für die Gemeinschaft.

Seit Jahren träume ich davon, das Abenteuer Israel noch einmal zu wagen. Die Sachen packen und ein paar Monate in den Tag hineinleben. Nach dem Abitur würde ich in die Wüste zurückkehren - das stand für mich fest. Intifada hin oder her - man kann auch nach Yotvata ohne die Großstädte, die Linienbusse, die religiösen Brennpunkte auch nur zu tangieren. Doch mein Exfreund wollte nicht, dass ich gehe, hielt die Reise für zu gefährlich. Also bin ich geblieben.

Donnerstag habe ich das letzte Mal daran gedacht: Nach dem Studium. Ich kehre zurück. Ich besuche Uri und Kay, werde beim Drachenwettbewerb, Laubhüttenfest und Rosh Hashana mitfeiern, Jom Kippur fasten und die restliche Zeit Datteln in Netzsäcke schütteln.

Und jetzt ist es passiert: Der Terror ist im Süden angekommen. Meine ewige Rederei von der Sicherheit in der Wüste - alles dahin. Drei Tote in Elat. Eine fürchterliche Stadt voll mit grässlichen deutschen Touristen, die fett und weiss am Strand liegen und nach Kevin und Jaqueline rufen. Aber eben gerademal 37 km von Yotvata entfernt. Jetzt bin ich so richtig superdeprimiert.

Samstag, Januar 27, 2007

Schwer verletzt

Genau vor einer Woche habe ich mir nicht nur eine hühnereigroße Verbrennung an der Hand zugezogen sondern mir im Verlaufe des Abends auch eine furchtbare Verletzung zugezogen. Alles begann damit, das ich beim Plus so tolle Fensterputz-Tücher in der Spenderbox gekauft hatte. In einer solchen Box, in der auch Babyfeuchttücher stecken. Eigentlich habe ich nur positive Erfahrungen mit Spenderdosen gemacht. Nunja - bis letzte Woche Samstag ...
Auf der Dose steht folgendes [ich zitiere]: "Das erste Tuch aus der Rollenmitte vorsichtig mit der Fingerkuppe durch die im Deckel befindliche Öffnung drücken." Sa - genau das habe ich gemacht. Das und nichts anderes.

Plötzlich steckte meine komplette Fingerkuppe bis hinter dem ersten Gelenk in der Hartplastikrosette - und die Haken haben ein Rausziehen vollkommen unmöglich gemacht. Innerhalb von Sekunden war der Finger dunkelblau - rien ne va plus. Panik, Heulkrampf, wildes Rumgestocher mit dem Brotmesser - alles ergebnislos. Wegen so etwas ruft man doch nicht den Krankenwagen - aber bevor der Finger abstirbt vielleicht doch?!


Ich hab in dem Moment schon darüber nachgedacht, wie lächerlich diese Verletzung ist, fast so schlimm wie beim Masturbieren im Staubsauger hängenzubleiben oder ähnliches.


Schliesslich der Geistesblitz: ÖL! Eine halbe Flasche Sonnenblumenöl später war der Finger wieder frei, die Farbe hat sich von blau zu einem gutdurchbluteten rot gewandelt, es hat nicht einmal geblutet, nur getuckert und tippen konnte ich auch nicht.


Meine Babys müssen später ohne Babyfeuchttücher auskommen - ich fass solche Spenderdosen nicht mehr an. Apropros: Ich habe diese Nacht geträumt, ich bekäme ein Baby - ich habe es Alexander genannt. Aber das ist eine andere Geschichte ...

Besuch?!

Eben - um viertel vor 11 an einem Samstagabend - hämmert es wie wild gegen mein Fenster. Ich erwarte zwar keinen Besuch aber vielleicht erbarmt sich ja jemand, der mich kennt, meiner einsamen Seele und besucht mich, dacht ich mir.

Also hab ich die Tür aufgedrückt. Rein kommt eine Supertussi Marke Tannenbusch.

Tussi: "Ey, wohnst du hier?"
Jessi: "Äh, ja ..."
Tussi: "Ey, hab isch bei dir geklopft??"
Jessi: Ja, schon ..."
Tussi: "Isch wollt bei meiner Freundin klopfen, nä, wohnst du hier?"
Jessi: "Ja, ich wohne hier!"
Tussi: "Wo wohnt denn dann meine Freundin??" [zieht verwirrt von dannen]

Fazit: Lieber einsam als dumm.

Freitag, Januar 19, 2007

Verkehrsreiche Hochsaison

Mittwoch hatte ich im Laden ein lustiges Gespräch mit dem Mitarbeiter des Sex-Shops Bonn.

Angesichts unserer alberner Karneval-Shirts wurde er ganz wehmütig. Und wenn man mal näher drüber nachdenkt hat er recht: Karneval ist für einen Sex-Shop vermutlich die schlechteste Zeit des Jahres. Da findet selbst der größter Depp mit Pappnase auf der Strasse jemandem fürs Bett.

Keine Hochsaison für Gummipuppen, Porno-DVDs und Umschnalldildos.

Durch den Monsuuuuun ...

Wo war der Sturm?

Ich bin extra gestern schon vormittags zur Bank gehetzt, und hab noch schnell beim Aldi Asia-Zeugs gekauft - es war ein bisschen windig, aber trocken und eigentlich richtig schön herbstlich.

Im Kaninchenforum (jaja, ich weiss ... albern, usw.) las ich dann, in Bonn würde die Welt untergehen, Regen, menschenumreissende Sturmböen, Hagel, plötzliche Dunkelheit, gesperrte Rheinbrücken (dass das an der Brücke und nicht am Sturm liegt wollte sie mir nicht glauben) - haltet eure Kaninchen fest!! Ich frag mich wirklich, in welchem Bonn die Frau wohnt - ich habe das Haus nochmal um 13 Uhr, um 17.30, um zehn und um eins verlassen - jedes Mal windig, aber nicht so, dass ich im Rosental (das immerhin eine Allee mit uralten Bäumen ist) Angst hätte haben müssen. Und richtig geregnet hat es auch nicht. Hier klingt alles ganz anders - ich fühl mich verarscht!

Bonn ist irgendwie ein Wetterloch. Im letzten Chaoswinter: alles versinkt im Schnee - in Bonn fällt keine einzige Flocke. Und beim Sturm macht Bonn auch nicht richtig mit. :o(

Donnerstag, Januar 18, 2007

Gar nicht so schlimm ...

Kunstlehrer sind eigentlich meistens schrecklich. In meiner Schullaufbahn hatte ich erst Frau Penner, die uns hat nähen und sticken lassen, dann Frau Haider, die alles toll fand, was wir gemacht haben, und schliesslich in der Oberstufe Herrn Schlimm.

Herr Schlimm war zynisch, aber lange nicht so unglücklich wie viele gedacht haben. Ich glaube, er mochte seine Rolle als derjenige, der kleine Jungs mit Eröffnungen über "seinen Freund" verschreckt. Dabei denk ich mir, dass schwule Kunstlehrer nicht so selten sind, oder?

Herr Schlimm war ein bisschen verschroben und nicht immer vollkommen objektiv, aber fair und hinter der zynischen Fassade sehr nett. Wir haben auch mal etwas anderes gemacht als die ewiggleichen Bleistiftzeichnungen der Mittelstufe, es ging nicht nur um Perspektive und Raum, sondern auch einfach mal um Farben, Material und freies Schaffen.

Danke, Herr Schlimm.

Dienstag, Januar 09, 2007

Immer schön flach halten ...

Nachdem man sich an eine Flatrate fürs Internet, fürs Festnetz, für Mobilfunk und für Internet-übers-Mobilfunkgerät gewöhnt hat gibt es neuderdings in Deutschland auch eine Auto-Flatrate, ein Haus mit Flatrate und eine DVD-Flatrate.

Was kommt als nächstes? Kann ich dann eine Pizza-Flatrate bei Bonn-Joy bekommen, oder die Kaffee-Flatrate im Einstein? Oder die Einkaufstüten-Flatrate bei Plus?

PA.: Die Jamba-Music-Flatrate gibt's auch schon. Die Jungs wissen einfach, was sich verkauft!

Montag, Januar 08, 2007

Aztekische Zeitrechnung

nahuitzontlimatlactlionchiunahuipahualca - um diese Wort zu bilden haben Katrin und ich bestimmt eine halbe Stunde gebraucht. Nicht, weil das Aztekische so schwer wäre, sondern weil die Rechnerei uns nicht so liegt.

Das heisst nämlich 1981: 4 x 400 + 19 x 20 + 1

Sonntag, Januar 07, 2007

Das erste Mal: Indisch essen gehen

Wir sind ja weltoffen, innovativ und mehrmals täglich hungrig. Also haben wir uns unser Gutscheinbuch geschnapt und sind zum Inder "Taste of India" an der Oper. Ich habe Ralf mit meiner Deutung der indischen Gewänder genervt, wir haben todesmutig fremdes Essen aus dem Tandoor bestellt.

Ralf mag ja eigentlich alles - aber ich hasse Früchte im Essen und mit Curry kann ich auch nicht viel anfangen. Das liegt vor allem am Kurkuma. Ich war ungefähr 18 als unsere Tante, Frau Wilma, ein knallgelbes Brot mitgebracht hat. Sie hat gesagt, das unterstützt die Verdauung.

Bei mir hat Kurkuma eine beschleunigte Wirkung - die Verdauung bekommt die Geschwindigkeitsausmaße einer Achterbahn und fühlt sich ähnlich an.

Heute abend hatte ich ein köstlich es Doodiya Murg Tikka, das schon verdächtig gelb war. Aber lecker. Der Abend war toll, der Kellner etwas wirr und Frauen im Sari gabs auch nur als Bild an der Wand. Aber das Essen hat mich begeistert - absolut köstlich!

Naja, aber auf die Dauer ist das nichts für mich, diese blitzartigen Verdauungsreaktionen. Da lobe ich mir das Essen der Mensa - das bleibt stundenlang wie ein Stein im Magen ;o)

Mittwoch, Januar 03, 2007

Musikalische Gedankenspiele

Je älter ich werde desto mehr fällt es mir auf: Musik wird zunehmend unwichtiger für mich.

Als Jugendliche hat sich alles um Musik gedreht. Musik hat meine Stimmung bestimmt - und für jede Stimmung hatte ich den passenden Song auf dem Tape in meinem babyblauen Walkman. Ich hatte eine rockige Phase (Bon Jovi) als alle anderen Kelly Family gehört haben, eine Hippiephase (Beatles) als meine Freunde zu Hip Hoppern wurden und der frühe Hang zu Jamiroquai war so einigen Menschen schleierhaft.

Es gibt heute noch Lieder von Oasis, von Texas, von Bush, von The Verve die mich zu Tränen rühren, die Erinnerungen wecken und die ich tausendmal oder nie wieder hören will.

Aber Ereignisse jenseits meines 19. Geburtstags sind kaum noch mit Musik verbunden. Ich werde immer mehr wie meine Eltern, denen es mehr oder weniger egal ist, was sie hören. Von den Nummer 1 Alben 2006 habe ich nur eins wirklich intensiv gehört und das hat sich gerade mal eine Woche auf der Spitzenposition gehalten. Was ich von den Nummer 1 Singles halte sag ich lieber nicht.