Montag, Juni 25, 2007

Familienbande

Menschen, die keinen Kontakt, kein Vertrauen oder kein gutes Verhältnis zu ihrer Familie haben, tun mir immer wieder leid. Ich habe tolle Eltern, zwei tolle Schwestern und gefühlte tausend Tanten, Onkel und andere Verwandten, die wie ein Fels hinter mir stehen.

Gerade im letzten Monat, in dem es mir wirklich nicht gut ging, waren all diese Menschen bedingungslos für mich da. Ich habe meinen Vater heulend angerufen und er ist postwendend ins Auto gesprungen und hat mich in Bonn abgeholt und nach Hause gefahren. Nach Hause - da wo die Menschen sind, die mich lieben. Die für mich da sind, mit mir lachen und weinen, sich meine Sorgen und Zukunftspläne anhören, mich mit agressiver Musik versorgen und allem, was der Mensch sonst noch braucht.

Natürlich hab auch ich mich tausendmal schon beschwert, mich über Eltern und Schwestern geärgert oder mich gestritten. Aber wenn es hart auf hart kommt, halten wir zusammen. Dann sind wir füreinander da - auch wenn es manchmal mühsam und anstrengend ist.

Und als ich gestern das dritte Mal innerhalb eines Monats nach Hilden gedüst bin, um den Geburtstag meiner Mami vorzufeiern (Happy Birthday, Mami - du bist im Internet!!), da waren alle da. Meine Onkel, die so laut lachen, dass in Hilden-City der Kirchturm wackelt, meine Täntchen, meine geliebten Großeltern - und alle haben in unverständlichem Plattdeutsch durcheinander geredet.

Ihr seid die Besten! Mein Leben wäre so viel ärmer, langweiliger und einsamer ohne euch. Ich freu mich auf einen tollen Sommer, auf viele schöne Stunden und auf die nächsten drei Geburtstage. Euch muss man einfach lieben!

Freitag, Juni 22, 2007

Typisch deutsch!

Neuerdings liegt es voll im Trend, sich gegen sprachverschlingende Anglizismen erwehren zu wollen, die deutsche Sprache unter Schutz zu stellen und ganz patriotisch das Deutsche zu lieben.

Dabei sind Anglizismen - genau wie andere Wörterwanderungen - nicht bedrohlich, sondern normal. Sie zeigen, dass unsere Sprache lebendig und gesund ist; und sie werden genauso wieder verschwinden, wie sie gekommen sind.

Wenn ich ältere Menschen manchmal reden höre - da geht es um Fete, einen Bummelant, Männer trugen Gamaschen, Frauen echauffierten sich über ihre Kavaliere, andere behielten die Contenance.

Das Mannequin heisst jetzt Topmodel, Pomade nennt sich Wet-Gel - Englisch ist das neue Französisch! In Büchern wie dem "Lexikon der bedrohten Wörter" von Bodo Mrotzek (sehr lesenswert) oder dem "Rotbuch Deutsch - Schwarzbuch Deutsch" von Johannes Thiele (absoluter Schwachsinn) finden sich massig französische Wörter, die kein Mensch mehr benutzt, die aber mal sehr fesch und modern waren.

Und es ist ja nicht nur so, dass fremde Wörter ins Deutsch einwandern - deutsche Wörter sind ein echter Exportschlager. Dass Amerikaner mit dem rucksack in den kindergarten gehen, um sich zeitgeisty zu benehmen, ohne teenage angst und so weiter ... das ist hinlänglich bekannt und wird gern beschmunzelt.

Aber auch andere Völker sind ganz hingerissen von deutscher Wortkunst. Die Franzosen machen sich gedanken um le waldsterben und le leitmotiv (genau wie die Türken: Laytmotif), Japaner düsen über die autobán zur arubeito, Russen tragen einen blizkrig mit ihrem Nachbarn aus und schützen ihren PC durch eine brandmauer, Bulgaren gehen im anzug zum Sport, und die Ungaren haben unser radirgumi, den bakfis, snapsz und vekker übernommen.

Es ist also ein reger Tausch im Gange. Und wer sich jetzt noch immer nicht für Anglizismen erwärmen kann und nach Alternativen für Wörter wie Sport, Kongress, Loft, Trainer & Team, Cola, Disko, Club, Pullover / Jeans / Shirt usw. sucht, dem sei angeraten, sich auch Gedanken über andere Einwanderungen zu machen, und nicht hirnlos dem Anti-Anglizismen-Zug aufzuspringen. Arabische Lehnwörter - oh Schreck! - bedrohen den Obst- und Gemüsemarkt! Aubergine, Orange, Spinat, aber auch Gazelle, Tarif, Giraffe, Gitarre, Algebra, Risiko, Ziffer, Zenit, Matratze, Sofa, Zucker - es bleibt wenig übrig von der deutsche Sprache, wenn man alles mit fremdem Ursprung streicht.

Tarifwirrwarr


Wenn ich zu meinen Eltern nach Hilden fahre, muss ich mit dem Verlassen des Verkehrsverbundes VRS zahlen. Die Strecke, für die ich bezahlen muss, beginnt in Langenfeld (Rhld.) und endet 5km weiter in Düsseldorf Benrath.

Mit dem Fahrrad ist die Strecke leicht zu überwinden, ein Katzensprung. Bisher musste ich 2,10 € zahlen. Von Bonn aus etwas kompliziert, weil man im Automatendschungel erst zum NRW-Tarif und dann zum Anschlussticket vordringen muss, von Benrath aus einfach Preisstufe B.

Am Wochenende musste ich plötzlich von Bonn aus 4,40 € für diese Ministrecke zahlen, weil sich, wie der freundliche Bahnmann erklärt hat, "der NRW-Tarif leicht erhöht hat". So nennt die Bahn es also, wenn sich die Preise verdoppeln, interessant.

Von Benrath aus zahle ich weiter Preisstufe B, 2,10 €. Wer soll denn da noch durchblicken?? Demnächst springe ich in Langenfeld aus dem fahrenden Zug, nach Hilden komme ich von da aus nämlich genauso gut.

Karte: Google Maps, 2007

Mittwoch, Juni 20, 2007

Eiskanin



"Der sieht ja aus wie KNUUUUT!"
ruft der Heizungsablesemann, als Mia peinlicherweise mit einem Riesenhops in seinen Werkzeugkoffer hüpft.


Ähja. Beide sind weiss, soweit ist das richtig.

Sonntag, Juni 17, 2007

Maikäfer flieg!

Laue Nächte, gemütlich im Hofgarten sitzen, entspannend ein Bierchen trinken - das geht in diesem Jahr nicht! Denn dieses Jahr haben die Maikäfer die Lufthoheit erobert!

Wenn man in der Einflugschneide sitzt rauschen scheinbar orientierungslose Maikäfer an einem vorbei - oder einfach gegen Nase, Hinterkopf oder Kniescheibe.

Ich liebe Maikäferjahre, wie sie brummen und in der Luft torkeln, mit den Fühlern wackeln und die Flügel fächern. Außerdem ist er Unterhaltungswert eines Abends am Rhein gleich doppelt so groß, wenn ständig irgendwelche Bratzen kreischend aufspringen, weil sie sich vor Maikäfern ekeln.

Just a teenage dirtbag, baby ...

Der Abiball meiner Schwester hat gestern Anlass geboten, sich nochmal mit meiner Schul- und Abizeit zu beschäftigen.

Ich hab mich in meiner Klasse/ Stufe nie sehr wohl gefühlt, war weder bei Schülern, noch bei Lehrern übermäßig beliebt, nicht hochbegabt oder so hübsch, dass mir das hätte egal sein können. Ich habe es noch nie als nötig angesehen, mich zu verhalten, zu kleiden, die Musik zu hören wie alle anderen, damit man mich mag.

Mein Abiball war nett- aber kein herausragendes Ereignis in meinem Leben. Meine richtigen Freunde hatten alle selbst ihren Abiball an anderen Schulen, also haben wir da gesessen, Sekt und Buffet genossen, und ich hab mit den Leuten aus meiner Stufe "With a little help from my friends" gesungen. Ironie ...

Evis Abiball war ganz anders. Schlecht orgsanisiert und betrügerisch teuer, enttäuschendes Buffet, viel zu wenig Platz - aber die Atmosphäre ist einfach eine andere gewesen. Evi ist richtig drin in ihrer Stufe, hat viele Freunde, und die feiern so richtig ihr Abitur, den Abschlus der schönen Schuljahre, fast schon Highschool-mäßig. Das alles so geniessen und feiern zu können find ich toll - und gleichzeitig kommt mir das oberflächlich und naiv vor. Das Abitur ist eben nicht das Ende des Lernens, sondern oft erst der Anfang ;o)

Naja, es war ganz schön, die Schule, ein paar Lehrer und die alten Gefühle wieder zu entdecken. Jetzt gibts extra für Klara noch ein paar Fotos mit dunklen Haaren, obwohl die gar nicht mehr sooo dunkel sind ;)
Schwesterliche Solidarität - Mary und ich warten auf das Programm!


Das junge Glück - Evi und Sebastian


Die ganze Familie :o)

Weitere Fotos folgen bestimmt, Klara. Nächste Woche hat meine Mama Geburtstag, die Woche danach meine Tante, die Woche danach meine Schwestern, die Woche danach ich... Außerdem bin ich in Bonn jederzeit live und in Farbe zu bestaunen :o)

Mittwoch, Juni 13, 2007

Was niemand mehr lesen möchte ...

... und trotzdem so berührt.

Das ist das Schwerste: sich verschenken
und wissen, daß man überflüssig ist,
sich ganz zu geben und zu denken,
daß man wie Rauch ins Nichts verfließt.

Selma Meerbaum-Eisinger ist nur 18 Jahre alt geworden. Der Vierzeiler oben war ihr letztes von 57 Gedichten, dann wurde sie 1942 deportiert, verbrannt, verscharrt. Gewidmet sind die Gedichte ihrem Freund Lejser und der dunklen Ahnung, was das Ende dieser Liebschaft angeht.

Menschen, die erfahen möchten, wie toll ihr Leben aller Widrigkeiten zum Trotz ist, sollten das Buch lesen: Selma Meerbaum-Eisinger, "Ich bin in Sehnsucht eingehüllt". Die Vertonung von Sarah Connor, Xavier Naidoo und Thomas D. durfte ich mir am Wochenende anhören. Naja. Ich bin eher ein Buchstabenfreund :)

O lege, Geliebter
Den Kopf in die Hände
Und höre, ich sing` dir ein Lied.
Ich sing` dir von weh und von Tod und vom Ende,
ich sing` dir vom Glücke, das schied.

Sonntag, Juni 10, 2007

Wow!

Ich bin hingerissen!!!


Wie supercool sind diese Wandaufkleber bitte?? Ich bin ganz entzückt, auch von "Cut here to let the sunshine in".

Ich will schleunigst das Studium beenden, viel Geld verdienen, in eine überdimensionale Wohnung ziehen und meine Wände bekleben!

Donnerstag, Juni 07, 2007

Qualitätsprodukt!

Meine neue Fußluftpumpe - pardon: FuBluftpumpe- kommt aus China. Ich habe sie billig ersteigert, sie trägt sowohl ein TÜV- als auch ein GS-Siegel.
Und stellt euch vor: Sie ist vor allem "fur sportlichen Balle" und "fur aufgeblasene Spielzeugs".

Montag, Juni 04, 2007

Typisch!

Da ruft man ganz freundlich bei der Feuerwehr an, dass seit zwei Wochen ein Ast auf halb acht über der Hofeinfahrt hängt und man sich jedes Mal beim drunterdurchradeln Sorgen macht, zwei Minuten später steht eine ganze Leiterwagen-Brigarde vor der Tür - aber richtig ernst wird man nicht genommen.

Stattdessen sitzt man im Wohnzimmer und darf sich von draußen die Zoten über verängstigte Studentinnen anhören.

Naja, wenigstens ist der Ast jetzt weg und ich kann wieder gefahrlos in den Hof radeln :)

Freitag, Juni 01, 2007

I`m so hollow, baby ....

It may be over but it won't stop there,
I am here for you if you'd only care.
You touched my heart you touched my soul.
You changed my life and all my goals.
And love is blind and that I knew when,
My heart was blinded by you.
I've kissed your lips and held your head.
Shared your dreams and shared your bed.
I know you well, I know your smell.
I've been addicted to you.

Goodbye my lover.
Goodbye my friend.
You have been the one.
You have been the one for me.