Wenn Kafka heute leben würde (- es würde ihn sicher in den Wahnsinn treiben, wie wir heute leben -) wäre ich vermutlich die erste, die ihr Herz verlieren würde. Klar, Kafka war kränklich, neurotisch und depressiv bis manisch veranlagt - aber er hat Briefe geschrieben ... Briefe, denen ich wahrscheinlich genauso wenig widerstehen könnte wie Felice.
Was ist bloß los mit uns wortverliebten Frauen? Sind wir wirklich so leicht zu erobern, und so leicht zu verletzen, wenn sich die Wirklichkeit dann nicht mit dem Geschriebenen deckt?
Wenigstens wusste Kafka selbst auch, dass das Briefeschreiben ein Spiel mit dem Feuer ist:
Es ist ja ein Verkehr mit Gespenstern und zwar nicht nur mit dem Gespenst des Adressaten, sondern auch mit dem eigenen Gespenst, das sich einem unter der Hand in dem Brief, den man schreibt, entwickelt [...]. Wie kam man nur auf den Gedanken, daß Menschen durch Briefe mit einander verkehren können! Man kann an einen fernen Menschen denken und man kann einen nahen Menschen fassen, alles andere geht über Menschenkraft.
Briefe schreiben aber heißt, sich vor den Gespenstern entblößen, worauf sie gierig warten. Geschriebene Küsse kommen nicht an ihren Ort, sondern werden von den Gespenstern auf dem Wege ausgetrunken. Durch diese reichliche Nahrung vermehren sie sich ja so unerhört.
Franz Kafka, Brief an Milena Jesenská, Ende März 1922
Jeder, der richtig schöne Briefe mag, dem seien "Franz Kafka: Briefe an Felice" ans Herz gelegt. Dann muss man sich auch keinen eigenen Briefeschreiber suchen, der einem nur das Herz bricht. Felice wäre dafür sicher dankbar gewesen ...
Freitag, September 21, 2007
Samstag, September 15, 2007
... zu viele Gedanken ...
Woran merkt Frau, dass sie sich mal wieder zu viele Gedanken macht?
Im schönsten Moment denkt sie nur eins: "Jetzt kanns ja eigentlich nur noch bergab gehen, wie schade." Mein Gehirn bräuchte manchmal einen "Aus"-Schalter.
Im schönsten Moment denkt sie nur eins: "Jetzt kanns ja eigentlich nur noch bergab gehen, wie schade." Mein Gehirn bräuchte manchmal einen "Aus"-Schalter.
Super schlechtes Gewissen
Eine ganze Woche habe ich mich bei jeder Gelegenheit und allen Menschen, die ich kenne über den Chinesen beschwert, dessen Pakete meine Küche blockieren.
Eine Woche nach Erhalt hats mit gereicht und ich hab die Dinger in den Hausflur geschleppt (nagut: schleppen lassen ;o)) - und zehn Minuten später klopft der Chinese an meiner Tür (übrigens in einem seeehr unpassenden Moment), bedankt sich überschwänglich und schenkt mir sogar etwas für meine Hlfsbereitschaft.
Auweia, jetzt hab ich ein schlechts Gewissen und eine chinesische Creme namens "White Cat" - angeblich gegen Mückenstiche ...
Eine Woche nach Erhalt hats mit gereicht und ich hab die Dinger in den Hausflur geschleppt (nagut: schleppen lassen ;o)) - und zehn Minuten später klopft der Chinese an meiner Tür (übrigens in einem seeehr unpassenden Moment), bedankt sich überschwänglich und schenkt mir sogar etwas für meine Hlfsbereitschaft.
Auweia, jetzt hab ich ein schlechts Gewissen und eine chinesische Creme namens "White Cat" - angeblich gegen Mückenstiche ...
Freitag, September 07, 2007
... zu hilfsbereit!
"Würden Sie wohl ein Paketchen für ihren Nachbarn annehmen?" fragt der nette Postbote - und hat dabei schon so ein fieses Grinsen im Gesicht. Ich sage nichtsahnend und voll Hilfsbereitschaft ja, unterschreibe ... und dann schleppt der Postbote das hier in meine winzige Wohnung:
WAS IST DAS??? Hoffentlich holt der Chinese seinen Kram bald ab, ich hab wenig Lust, dass die Hälfte meiner 20qm dauerhaft für einen Koffer und zwei Kartons draufgehen.
Ich bin übrigens nicht in der Lage, den Koffer auch nur einen Milimeter zu bewegen. Kochen fällt also flach, solange das Zeug vor meinem Herd steht :-(
WAS IST DAS??? Hoffentlich holt der Chinese seinen Kram bald ab, ich hab wenig Lust, dass die Hälfte meiner 20qm dauerhaft für einen Koffer und zwei Kartons draufgehen.
Ich bin übrigens nicht in der Lage, den Koffer auch nur einen Milimeter zu bewegen. Kochen fällt also flach, solange das Zeug vor meinem Herd steht :-(
Dienstag, September 04, 2007
Hey there Delilah ...
Der Vorteil, wenn man nicht mehr mit seiner Mutter unterwegs ist und allein zuhause ist, ist, dass man wieder auf voller Lautstärke Musik hören & mitsingen kann. Wie habe ich sie alle vermisst, vor allem Billy Talent gegen eventuelle Traurigkeiten, aber auch den Space Cowboy, die Crew aus dem Moulin Rouge, die Lieder aus Ochrasy, und-was-ist-jetzt-Curse, die Süße von Soko, MyLittleCornerOfTheWorld (die Gilmore Girls habe ich sowieso vermisst!), Luna & Angel, und sogar die schreckliche Kelly Clarkson, von der ich nur noch ein Lied hören kann, habe ich vermisst.
Aber am meisten habe ich das Lied für Delilah vermisst! Also gilt hiermit der Aufruf: Wer kann mir die Cds von den Plain White T's leihen? Ich kenn nur "Hey there Delilah" und muss dringend wissen, ob der Rest genauso unter die Haut kriecht, oder ob das ein Zufallsglücksgriff ist, der da über 10 Ecken bei mir angekommen ist. Every Second Counts gibts jetzt seit einem Jahr - irgendjemand von euch wird das doch im Schrank stehen haben?!
Aber am meisten habe ich das Lied für Delilah vermisst! Also gilt hiermit der Aufruf: Wer kann mir die Cds von den Plain White T's leihen? Ich kenn nur "Hey there Delilah" und muss dringend wissen, ob der Rest genauso unter die Haut kriecht, oder ob das ein Zufallsglücksgriff ist, der da über 10 Ecken bei mir angekommen ist. Every Second Counts gibts jetzt seit einem Jahr - irgendjemand von euch wird das doch im Schrank stehen haben?!
Bohemian Rhapsody
"Das ist keine Stadt. Das ist der zerklüftete Boden eines Zeitozeans, bedeckt mit dem Steingeröll verglühter Träume und Leidenschaften, zwischen denen wir - wie in einer Taucherglocke - spazieren gehen. Es ist hier interessant, doch mit der Zeit verliert man den Atem."
F. Kafka
Prag ist schön und hässlich, alt und neu, laut und leise, und arm und reich. Freitag nachmittag sind wir in Prag gelandet, mit einem fiesen Bus in die Stadt gefahren. Die Menschen sind nett und sehr hilfsbereit - aber viele sehen auch verbraucht und müde aus.
Bei einem ersten Rundgang durch die Stadt - Mama und ich fahren Richtung Wenzelplatz. Ein McDonald's reiht sich an den nächsten, durchbrochen von Würstchenbuden und Wechselstuben. So haben wir uns das nicht vorgestellt. Enttäuscht gehen wir weiter Richtung Moldau - und da ist es: Das Prag, das wir sehen möchten.
In der Altstadt widmen wir uns erst einmal der böhmischen Küche. Das Essen ist köstlich, die Kellner schwanken zwischen Ignoranz und Flirterei. Sehr merkwürdig - werden die Touristen hier gehasst oder geliebt? Anscheinend ein weiterer Widerspruch.
Selbstgeknipst nach zwei Gläsern Staropramen ... in dieses Lokal werden wir jeden Abend zurückkehren, um auf Gartenbänkchen sitzend und von Wärmelampen beschienen über andere Touristen herzuziehen. Prag ist voll mit Kegelclubs und Junggesellenvereinen - bei Nach sinkt das Niveau deutlich. Umso besser können wir über die Vorbeilaufenden herziehen :o)
Drei Tage lang haben wir uns vorgenommen, wie die anderen Touris einmal die Aposteluhr zur vollen Uhrzeit zu sehen. Naja, es hat sich nicht gelohnt ...
Innenarchitektur á la Prag.
Gigant über dem Burgtor und Ehrenwache darunter *hihi* Was für ein Scheissjob.
Blick von der Prager Burg über die Stadt.
Will sich noch jemand beschweren, dass ich ihm nichts mitgebracht habe? Das nächste Mal gibt es so ein stilvoll-goldenes Flakon für Dich ;ö)
Hinter dem Kafka-Museum. Prag ist Kafka und Kafka ist Prag. Das Prager Kafka-Museum ist ebenso depressiv-schön wie das Sisi-Museum in Wien. Man lernt, Franz Kafka zu verstehen - so unglaublich wie das klingt. Ich bin ganz verliebt ...

Auf der Karlsbrücke - dunkle Gestalten gegen hellen Himmel. Ansonsten war das Prager Wahrzeichen überfüllt, baustellenübersät und voller Musik.
Wo bleibt die Pasta?? Gieriger Blick am zweiten Abend.
Als Düsseldorfer kommt man am Prager Gehry-Haus nicht vorbei: Das tanzende Haus.
Karlsbrücke und Prager Burg verschwommen bei Nacht.
Bunte Kuh im ekligen Supermarkt.
Dritter Tag - wir machen eine "Coffee-Break on the River". Es gibt einen winzigen Kaffee und einen klebrigen Gewürzkuchen, während unser Reiseleiter Jan uns in Englisch, Deutsch und Russisch das Moldauufer erklärt. Wir haben Lust, auf einen größeren Bottich Kaffee und sind ganz verrückt nach dem niedlichen Jan.

Die Spanische Synagoge. Leider blieb keine Zeit, das jüdische Viertel ausgiebiger zu erkunden ...
... denn dann ging es auch schon wieder nach Hause. Hier die Rolltreppe der Metro.
Ein richtig toller Frauenurlaub, wir haben viel gelacht und geredet, es uns abends bei Wein / Bier / Cocktails gut gehen lassen. Ich habe erfahren, dass ich nachts besonders ruhig schlafe und dass ich von uns beiden das wesentlich bessere Orientierungsvermögen habe. Prag ist ein Dorf - jeden Tag treffen wir die gleichen Menschen wieder, den Bettler vorm Antiquitätengeschäft, den Mann, der Bilder hin- und herträgt, die Frau mit den Fellen. Aber Prag ist ja ein Widerspruch: Prag ist viel zu groß und vielfältig, um von Freitag bis Montag alles zu sehen - wir werden also wiederkommen ...
F. Kafka
Prag ist schön und hässlich, alt und neu, laut und leise, und arm und reich. Freitag nachmittag sind wir in Prag gelandet, mit einem fiesen Bus in die Stadt gefahren. Die Menschen sind nett und sehr hilfsbereit - aber viele sehen auch verbraucht und müde aus.
Bei einem ersten Rundgang durch die Stadt - Mama und ich fahren Richtung Wenzelplatz. Ein McDonald's reiht sich an den nächsten, durchbrochen von Würstchenbuden und Wechselstuben. So haben wir uns das nicht vorgestellt. Enttäuscht gehen wir weiter Richtung Moldau - und da ist es: Das Prag, das wir sehen möchten.
In der Altstadt widmen wir uns erst einmal der böhmischen Küche. Das Essen ist köstlich, die Kellner schwanken zwischen Ignoranz und Flirterei. Sehr merkwürdig - werden die Touristen hier gehasst oder geliebt? Anscheinend ein weiterer Widerspruch.
Selbstgeknipst nach zwei Gläsern Staropramen ... in dieses Lokal werden wir jeden Abend zurückkehren, um auf Gartenbänkchen sitzend und von Wärmelampen beschienen über andere Touristen herzuziehen. Prag ist voll mit Kegelclubs und Junggesellenvereinen - bei Nach sinkt das Niveau deutlich. Umso besser können wir über die Vorbeilaufenden herziehen :o)
Drei Tage lang haben wir uns vorgenommen, wie die anderen Touris einmal die Aposteluhr zur vollen Uhrzeit zu sehen. Naja, es hat sich nicht gelohnt ...
Innenarchitektur á la Prag.
Gigant über dem Burgtor und Ehrenwache darunter *hihi* Was für ein Scheissjob.
Blick von der Prager Burg über die Stadt.
Will sich noch jemand beschweren, dass ich ihm nichts mitgebracht habe? Das nächste Mal gibt es so ein stilvoll-goldenes Flakon für Dich ;ö)
Hinter dem Kafka-Museum. Prag ist Kafka und Kafka ist Prag. Das Prager Kafka-Museum ist ebenso depressiv-schön wie das Sisi-Museum in Wien. Man lernt, Franz Kafka zu verstehen - so unglaublich wie das klingt. Ich bin ganz verliebt ...
Auf der Karlsbrücke - dunkle Gestalten gegen hellen Himmel. Ansonsten war das Prager Wahrzeichen überfüllt, baustellenübersät und voller Musik.
Wo bleibt die Pasta?? Gieriger Blick am zweiten Abend.
Als Düsseldorfer kommt man am Prager Gehry-Haus nicht vorbei: Das tanzende Haus.
Karlsbrücke und Prager Burg verschwommen bei Nacht.
Bunte Kuh im ekligen Supermarkt.
Dritter Tag - wir machen eine "Coffee-Break on the River". Es gibt einen winzigen Kaffee und einen klebrigen Gewürzkuchen, während unser Reiseleiter Jan uns in Englisch, Deutsch und Russisch das Moldauufer erklärt. Wir haben Lust, auf einen größeren Bottich Kaffee und sind ganz verrückt nach dem niedlichen Jan.
Die Spanische Synagoge. Leider blieb keine Zeit, das jüdische Viertel ausgiebiger zu erkunden ...
... denn dann ging es auch schon wieder nach Hause. Hier die Rolltreppe der Metro.Ein richtig toller Frauenurlaub, wir haben viel gelacht und geredet, es uns abends bei Wein / Bier / Cocktails gut gehen lassen. Ich habe erfahren, dass ich nachts besonders ruhig schlafe und dass ich von uns beiden das wesentlich bessere Orientierungsvermögen habe. Prag ist ein Dorf - jeden Tag treffen wir die gleichen Menschen wieder, den Bettler vorm Antiquitätengeschäft, den Mann, der Bilder hin- und herträgt, die Frau mit den Fellen. Aber Prag ist ja ein Widerspruch: Prag ist viel zu groß und vielfältig, um von Freitag bis Montag alles zu sehen - wir werden also wiederkommen ...
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