Mittwoch, Oktober 24, 2007

Auf taube Ohren ...

Es gibt sie, diese Philanthropen und Tierfreunde, die einfach jeden Fehler verzeihen, weil wir ja alle Geschöpfe Gottes sind und alle das gleiche Recht auf Respekt und Würde haben.

Ich gehöre nicht dazu. Es gibt Tiere, die kann ich nicht leiden. Dazu gehören Tauben.

Wer jemals im achten Stock in Tannenbusch gewohnt hat, wird es vielleicht kennen: das 5-Uhr-Morgens-Gurren, am schlimmsten zur Zeit der Begattung und Brut (also von März bis Oktober). Brütende Tauben sind hysterische, unerschrockene Mistviecher. Ich habe wirklich alles versucht - als Studentin möchte man schliesslich gern ein paar Minuten länger als nur bis Sonnenaufgang schlafen. Aber weder der Plastikrabe, noch Flatterband, noch Eierklau, noch Nägelbretter, noch überdimensionale Wasserpistolen können Tauben vom Brüten abhalten - die brüten einfach immer weiter.

Wer dafür immer noch kein Verständnis hat, und sich auch von verkrüppelten Gliedmaßen und sinnfreien Auswucherungen irgendwo am Körper nicht ekelt und Tauben trotzdem toll findet, der sollte mal Samstag morgens die Kölnstraße runtergehen. Ich mache das - gezwungenermaßen - fast jede Woche. Da kann man dann sehen, wie Tauben in Dönerkotze rumpicken.

Spätestens da fängt man an, Tauben widerlich zu finden. Und Menschen, die nicht wissen, wieviel sie vertragen und sich zu Testzwecken einen Döner am Bertha-von-Suttner-Platz kaufen, ebenfalls.

Dienstag, Oktober 23, 2007

Neue Freunde!

Wieso sind manche Menschen so hartnäckig? Wenn ich zum wiederholten Mal nicht auf eine Freundschaftseinladung reagiere - könnte das dann bedeuten, dass ich diese Person nicht als Freund haben möchte? Selbst als StudiVZ-Freund nicht??

Wenn wir uns sehen, kriegen wir so gerade ein "Hallo!" herausgepresst, wenn wir gezwungen sind, längere Zeit in einem Raum zu verbringen gehen wir uns zwangläufig nach kürzester Zeit an die Gurgel.

Gibt es Menschen, die das nett und freundschaftlich finden? Ich jedenfalls habe ein zu großes Harmoniebedürfnis für so etwas.

Montag, Oktober 22, 2007

Das alles wär nie passiert ... ohne Kölsch!

"sonntagmorgen 17 uhr 10, es weckt mich das telefon
ich hab nichts als die stiefel noch an,
meine sinne sind nicht mehr synchron
alles, was ich von gestern noch weiß,
ist wie ich in extase geriet
ich schrie: ”auf die revolution! reißt die mucke auf
- das ist mein lied!”
der freund auf dem anrufbeantworter brüllt
“hey, was hast du genommen?”
er sagt mein bh sei auf ebay,
wie bin ich nach hause gekommen?
himmel, arsch, wieso bin ich gepierct
und was soll dieses schlangen-tattoo?
wessen zeug liegt auf meinem bett
und wer zum teufel bist du?

das alles wär` nie passiert
das alles wär` nie passiert
das alles wär` nie passiert
ohne prosecco"

Ersetze Prosecco durch Kölsch und man hat eine ungefähre Vorstellung von meiner Freitagnacht. Ich würde ja gerne mehr berichten, leider habe ich Erinnerungslücken, die ich nicht mehr zu füllen weiß. Und wenn ich mir die Fotos so ansehe will ich wohl lieber nicht wissen, was genau passiert ist.

Auf jeden Fall hatte ich zwischendurch großen Spaß, habe getanzt, mich unterhalten und andere Dinge, daran erinner' ich mich gut. Und gegen Ende des Abends war ich vermutlich ziemlich anstrengend - entschuldigung!

Am nächsten Tag habe ich acht Stunden gearbeitet und bin danach halbtot nach Hause geschlurft und habe mir überlegt, ins Kloster einzutreten, um mir in Zunkunft ähnliche Peinichkeiten zu ersparen.

Vielleicht trink ich das nächste Mal auch einfach weniger ...

Freitag, Oktober 19, 2007

Verrückter Werber-Humor


Herrlich! Ich find's zum Totlachen. BITTE!!! Lasst mich Produktwerbetexter werden. Ich habe ausreichend Erfahrung in der Branche, Vorbildung und einen verdrehten Humor! Von mir aus auch bei Frosta, von denen ist die Aufreisslaschennummer nämlich.

Mittwoch, Oktober 17, 2007

Sehr Amerikanisch

"WARNUNG:
Einige Experten sind der Meinung, daß die Verwendung von Tastaturen Gesundheitsschäden hervorrufen kann. Lesen Sie dazu Mitteilung auf der Rückseite dieser Tastatur."

Wtf? Natürlich können Tastaturen Gesundheitsschäden hervorrufen - wenn man sie anderen über den Schädel zieht beispielsweise. Oder wenn man versucht, die Tasten zu essen.

Aber was sind das für Experten, die man braucht, um so etwas festzustellen?

Oder ist damit die exorbitante Verschmutzung dieser Internetcafé-Tastatur gemeint, nach deren Gebrauch man sich - wenn keine Gummihandschuhe zur Hand - die Hände desinfizieren sollte?

Ich würd ja gern die Tastatur umdrehen, um nachzulesen, was da steht, aber ich will nicht unangenehm auffallen, um mich herum sitzen nur komische Menschen ...

Montag, Oktober 15, 2007

Alte Weiber und so

Gibt es tatsächlich immer noch Menschen, die über den vermurksten Sommer jammern? Hallo - schaut mal raus. Wir haben den tollsten Herbst aller Zeiten. Es ist seit Wochen jedes Wochenende wunderschön. Die Vögel singen, die Blätter rascheln, wenn man durch den Hofgarten stapft, und abends kann man es sich mit Tee, Kuscheldecke und Kerzen vor dem Fernseher gemütlich machen.

Irgendwie haben die Menschen ganz verlernt, zu bemerken, wenn etwas schönes passiert, weil sie immer noch in Gedanken bei irgendeinem missmutigen Thema sind.

Also: Mütze & Schal an, dicke Jacke und Stiefel, und raus in die Natur, an den Rhein oder in den Park oder in den nächstbesten Wald. Ihr werdet es nicht bereuen.

Sonntag, Oktober 14, 2007

Feststellung

Die Anzahl fieser Menschen

(Betrunkene, die kölsches Volksgut gröhlen / niveaulose Vollspacken, die ihr Handy als Ghettoblaster mißbrauchen / Kackbratzen, deren 2. Wort jeweils "Ey", "Alter" oder "Mann!" ist / Penner, die seit 100 Jahren nicht mehr geduscht haben / Aufdringliche Afrikaner, die weder Englisch, noch Deutsch, noch verständliches Französisch sprechen und einen trotzdem zutexten / Mütter, die in der Öffentlichkeit ihre Kinder schlagen, mit McDonaldskram vollstopfen oder aufgrund ihrer Figur gemein beleidigen und nichts dabei finden, dass die halbe Stadt zuhört / Fußballfans, die im Rausch den 1. FC Köln für das höchste der Gefühle halten und das am liebsten jedem mitteilen möchten / knutschende Pärchen, die sich gegenseitig fast verschlingen / Kegelvereine auf Vereinsfahrt - egal welches Alter und welcher Herkunft ... und so weiter)

steigt radikal an, sobald man einen Zug im Regionalverkehr betritt. Und da wundern sich die Leute, dass ich die Musik so laut stelle, dass ich nichts um mich herum mehr wahrnehme. Tzzz ...

Donnerstag, Oktober 11, 2007

Familientraditionen

Wir sind eine sehr traditionelle Familie, christlich, bodenständig, haben mit Holzspielzeug oder im Matsch statt mit Computern gespielt, und meine Mutter schimpft heute - obwohl wir alle drei erwachsene junge Frauen sind - noch mit uns, wenn wir Worte wie "Arsch" oder "Scheiße" benutzen (neulich hat meine Schwester ihren Fahrlehrer als "Wichser" bezeichnet - meine Mama ist heute noch geschockt!).

Und da sind wir genau beim Thema: Es gibt Traditionen, die braucht kein Mensch. Zum Beispiel, dass wir Mädels alle drei durch unserer erste praktische Fahrprüfung gefallen sind. Alle drei wegen dummen Fehlern, und obwohl wirs eigentlich besser konnten. Alle drei mussten wir uns dann irgendwo Geld leihen, um überhaupt weitermachen zu können - Durchfallen ist nämlich nicht nur peinlich und doof, sondern auch superteuer.


Umso schöner, dass sich auch Mary an die Familientradition gehalten hat und heute im zweiten Versuch, wie ihre Schwestern, den Führerschein gemacht hat!
Herzlichen Glückwunsch :-)

Montag, Oktober 08, 2007

Oh Schreck, ein Fleck!

Wer bisher glaubte, dicke Menschen bekommen keine blauen Flecken, der irrt. Ich hatte zwar seit mehreren Jahren kaum erkennbare Blutergüsse, aber heute, als ich schwungvoll und voller Elan mein stöckelbestiefeltes Bein durch das Metalltor vor unserer Einfahrt schwingen wollte hatte ich einen unangenehmen Zusammenstoß mit dem Rahmen des Konstrukts. Naja, seht selbst:


Eher unschön, das Ganze, wollte ich doch morgen in Rock und Strumpfhose gehen. Aber ich befürchte, die Farbenpracht wird man durch jede Nylonhose sehen können. Also doch lieber die blickdichte Schwarze :-)

Über den weiteren Farbverlauf werde ich natürlich hier berichten! Im Übrigen bitte ich, die extreme Blässe meines Beins zu entschuldigen - wir hatten eine miesen Sommer und ich bin ein nordischer Typ ...

Murmeltiergefühl

Wie muss sich ein Murmeltier nach seinem bis zu neun Monate langen Winterschlaf fühlen? Wenn ich nur ein paar Stunden zuviel schlafe, fühl ich mich, als hätten mich fünf Panzer überrollt.

Wir kann es überhaupt sein, dass der Mensch zu lange schlafen kann? Warum sagt der Körper nicht spätestens nach acht Stunden "Stopp!" und lässt einen aufwachen, wenn man das optimale Level erreicht hat?

Vielleicht passiert das aber auch nur, wenn man so erledigt ist, dass man das braucht. Ich bin die letzten Wochen trotz Ferien eigentlich recht zuverlässig zwischen sieben und acht aufgewacht - und plötzlich schlaf ich durch bis zehn und bin auch noch viel früher ins Bett gegangen als sonst.

Ich habe heute tausend Dinge zu erledigen, weil natürlich genau heute meine Ferien vorbei sind - und bin zu nichts zu gebrauchen, so matschig fühl ich mich. Ab morgen stell ich mir auf jeden Fall einen Wecker, egal, wann ich das Haus verlassen muss.

*zur kaffeemaschine schlurf*

Sonntag, Oktober 07, 2007

*ausdruckstanz*

Katrin und ich, wir sind so zwei Schmalspurkulturbanausen. Sicher vorgetragenes Halbwissen gepaart mit Kritikrezitation und eigener (meist abweichender) Meinung. Jeder, der wirklich Ahnung von Oper, Theater und Tanz hat würde uns hassen :-)

Gestern waren wir das erste Mal im Choreographischen Theater, bevor das aus dem Spielplan der Bonner Theaters gestrichen wird. Das Stück, "Still hier - It's wonderful" hat nicht nur einen kryptischen Titel sondern war auch inhaltlich vollkommen unverständlich (und wir hatten natürlich vorher beide nicht nachgelesen, worum es geht). Dafür gab es jede Menge seltsame Szenen (ausrastende Managertypen, eine amoklaufende Manga-Braut, Castingshowkritik, seltsamdumme Gestik, mysteriöse Musik, übelkeiterregende Lichteffekte [vor allem, wenn man verkatert ist], und so weiter) die mich über alle Maßen zum Lachen gebracht haben, obwohl alle um uns herum ernst und mit kritisch-aufmerksamen Gesichtern zugeschaut haben, als verstünden sie nun den größeren Sinn hinter der Welt.

Kurzum: Tanz ist nicht mein Ding. Mir fehlt nicht nur jedes Takt- und Rhythmusgefühl und habe schon mehrere Männer zur Verzweiflung getrieben, wenn sie mir einfachste Schrittfolgen beibringen wollten. Und ich verstehe Tanz auch nicht als Zuschauer.

Das Ganze ist mir wirklich eine Nummer zu hoch, so traurig wie das ist. Demnächst gehen wir bitte wieder in die Oper, da gibts tote Tiere, goldene Riesendildos & Sex auf der Bühne und oben drüber läuft der Text auf einem Display - das versteh ich.

Freitag, Oktober 05, 2007

Musiktipp!

Annett Louisan hat es wieder geschafft. Zum dritten Mal hat sie ein Album ("Das optimale Leben") hingelegt, das sowohl lustig und gewitzt als auch tottraurig ist. "Fettnäpfchenwetthüpfen" und "Dings" kenn ich schon vom Konzert im letzten Herbst, und die Lieder haben Lust auf mehr gemacht. Beim ersten Durchhören hab ich noch gedacht, die Platte hätte weniger Tiefe als die zwei Vorgänger. Aber beim näheren Hinhören: "Ende Dezember" und vor allem "Wenn man sich nicht mehr liebt" tun schon fast weh, so sehr kann man sich darin wiederfinden.

Kurzum: Sehr gelungen für alle, die genug Gefühl für leise Töne und schöne Worte haben.

6 · wenn man sich nicht mehr liebt
wie geht es dir?
ich stell die frage ohne unterton
doch dein gesicht steht schon auf endstation
ok ...wie soll es dir schon gehen....

was essen wir?
gequälter dialog beim abendbrot
der an den worten zu ersticken droht
die wir nicht ausgesprochen haben

du wirkst labil
ich reagier nur noch aus mitgefühl
und das auf lieb getrimmte mienenspiel
verletzt am ende nur noch mehr

wir liegen wach
wie zwei fremde unter einem dach
kann mich kaum noch bewegen
durch das bett ziehen sich gräben
man liegt nur noch daneben
wenn man sich nicht mehr liebt

sie klagen an
die bunten fotos in den bilderrahmen
und die dahergesagten kosenamen
stellen uns auf einmal bloß

du fragst mich was
und ich versuch dich zu beraten
doch meine antwort hat verraten
dass es mich nicht wirklich int´ressiert

du fasst mich an
und dieser schmerz klopft wieder bei mir an
weil ich mir selber nicht erklären kann
warum ich das jetzt nicht mehr will

wir liegen wach
wie zwei fremde unter einem dach
kann mich kaum noch bewegen
durch das bett ziehen sich gräben
man liegt nur noch daneben
wenn man sich nicht mehr liebt.

Und verspochen: In den nächsten Beiträgen geht es nicht mehr um Worte.

Apropros wortverliebt

Ihr Männer hättet es so einfach. Wir nötigen euch ja nicht umsonst, kitschig-dumme Frauenfilme anzuschauen. Ihr sollt dabei doch nur etwas fürs Leben lernen! Zum Beispiel, wie man im richtigen Moment zur richtigen Frau das Richtige sagt.

Dummerweise beschleicht frau dann doch das Gefühl, in einem schlechten Film zu stecken, wenn einem zugesäuselt wird: "Ich mag dich genau so, wie du bist."

Ich habe mich gefühlt wie Bridget Jones und gewartet, dass ich in die nahende Katastrophe schlittere.